Gibt es aus dieser modernen Verlegenheit,
die mit dem vernünftigen Wissenwollen am Ende ist
und mit dem Glauben nicht fertig wird,
einen Weg ins Freie?

                                          
Karl Löwith, Philosoph in Heidelberg, 1962

 

 

 

 

Wer zum Internet geht, sucht Lösungen für seine Wünsche oder Probleme. Preiswerte Markenartikel, nette Menschen oder Hilfen bei Computerpannen. Vielleicht auch Auskünfte bei schwierigeren Problemen.

Wir stecken in einer Zeit, die uns wie eine riesige Sackgasse vorkommt. Gibt es einen Weg ins Freie, wenn wir fragen, was das alles soll? Glaube bietet sich an - Glaube an die Technik, Glaube an politische Lösungen, Glaube an Vergessen im Vergnügen. Welcher Glaube führt ins Freie? In den freien Raum, den wir zum Atmen und zum belastbaren Glücklichsein brauchen?

Aber zunächst einmal die Vorstellung eines neuen Titels. Die Vorstellung des Verlags wird danach fortgesetzt.

 

  Hier kehren wir zurück zur Vorstellung des Verlags:

 

Schnellen Antworten mißtrauen wir. Mit Recht. Sie sind oft nur die Befestigung der eigenen Bastion. Die Texte hier - Bücher und schmale Broschüren - versuchen, Sie auf einen Weg mitzunehmen, auf dem Sie selbst entdecken können, ob dieser Weg gut ist und vielleicht sogar zum Ziel führt. Die beschrittenen geistigen Wege sind einfach. Freilich werden sie nicht unerlaubt vereinfacht. Aber sie werden auch nicht durch eine komplizierte Fachsprache künstlich erschwert.

 

Der Weg, den die Bücher bahnen wollen

Ein Weg soll gefunden werden. Ein Weg, heraus aus dem Gewirr, das orientierungslos macht und das Ganze sinnlos werden läßt.

Es soll ein Weg sein, den man mitgehen kann, Schritt für Schritt. Kritisch, so wie er auch kritisch gebahnt wurde. Jeden Schritt soll man prüfen können, so wie man den Boden in unwegsamem Gelände prüft, bevor man weitergeht.

Der Weg beginnt bei der Frage, ob es denn überhaupt so etwas wie einen verläßlichen Weg geben kann. Viele Stimmen sagen „nein“. Der orientierungslose Dschungel ist unser neues Leben, unsere Chance, oder wenigstens unser Schicksal, das wir verbissen ertragen müssen. Wenn es aber diesen Weg nicht gibt, - wenn es also „Gewißheit“ nicht gibt, hat alles keinen Sinn. Wir müßten dann eigentlich mit allem aufhören. Der schmale Band Verlust der Gewißheit macht sich darüber Gedanken. Gibt es überhaupt so etwas wie einen legitimen Wunsch, oder eher: eine legitime Forderung nach Klarheit über den Weg, den wir zu gehen haben, also über Gewißheit?

Die zweite Überlegung befaßt sich mit dem Verlauf des Weges selbst. Ein unübersehbar großes Gebiet hat das moderne Wissen eröffnet. Bei aller Nützlichkeit und Notwendigkeit diese Gebietes: es ist allmählich ein Dschungel geworden. Es ist die moderne Variante des Dschungels: Weglosigkeit wegen der Überfülle, jetzt aber mit Lärm und großer Hektik. Das neue Wissen, dieser riesige Bereich, droht den Menschen auszuschalten. Er geht verloren, weil er überflüssig geworden ist und sogar stört. Mit dem Menschen ist auch der Glauben an den Rand gedrängt, oder auch ausgeschieden - ohne zu bemerken, daß auch das riesige Gebiet des Wissens nicht ohne einen großen Glauben entstanden wäre. So wird die Wegekarte studiert: gibt es von nun aber nur doch das Reich des Wissens, ohne Glauben und auch ohne Freiheit? Denn wenn Freiheit da ist, gibt es auch den Menschen. Nur dort, wo es den Menschen noch gibt, gibt es Freiheit. Der Mensch wird aber überflüssig, er wird abgeschafft (trotz aller gegenteiligen lauten Beteuerungen). Dies ist die Lage, in der nach einem Weg gesucht wird.

Worauf treffen wir auf diesem Weg, weil er unausweichlich darauf zuläuft? Es ist zunächst die Gemeinschaft. Wenn aber nicht das Wissen das erste (und einzige) ist, sondern der Glaube (weil nur in ihm der Mensch bis in die Tiefe hinein ernstgenommen wird), ist die notwenige Form des menschlichen Lebens die Gemeinschaft. Wir sind bei der Kirche angelangt. Bei jener Gemeinschaft, die aus dem Glauben entsteht, aus jenem Glauben, bei dem es um alles geht - um den Menschen unter jeder Rücksicht, und damit um Gott. Denn nur Gott kann den Dschungel zu bewohnbarem Land machen.

Auf diesem Punkt unseres Weges kommen religiöse und kirchliche Gedanken ins Spiel. Mancher, der bisher mitging, wird zögern. Er wird versucht sein, sich von diesem Unternehmen zu trennen, weil sein Glauben anders ist. Das kann man verstehen. Vielleicht trifft aber manches von dem, was hier gesagt wird, auch auf ihn zu, auch auf seinen Glauben zu? Oder er meint, er sei ohne Glauben. Dann verleitet ihn vielleicht die Neugier, noch eine Weile mitzugehen.

Es geht um den Menschen und um ihn als Bild und Gleichnis. Der Mensch versteht sich erst ganz, wenn er sich als Bild seines Ursprungs, also der Weite Gottes verstehen kann. Der Mensch, der nur seinen Plan von der Welt und sich selbst entwirft, bleibt unendlich weit hinter seinen eigenen Möglichkeiten zurück. Seit Beginn der Neuzeit hat der Mensch die wachsende Sorge und Angst, seiner Größe nicht gerecht zu werden. Heute muß er davor bewahrt werden, Sorge und Angst um sich zu haben, weil er an seine Größe nicht mehr glauben kann.
 

Die erste Etappe: Gibt es überhaupt “Gewißheit”?

                               Band 1:  Georg Muschalek, Verlust der Gewißheit
  
                                      1993. € 9,50 ISBN 3-927057-00-2

"Der Eindruck von Gewißheit ist ein sicheres Zeichen von Schwachsinn", meint Montaigne. Heute ist die Überzeugung, daß es Gewißheit in wesentlichen Lebensfragen geben könne und müsse, auf einem Tiefpunkt angekommen. Gegenteilige Behauptungen ziehen sich sofort den Vorwurf des Fundamentalismus zu. Der Verfasser untersucht die Folgen einer Aufgabe des Gewißheitsanspruches und der Gewißheitssuche. Verschiedene Formen des Zerfalls des menschlichen Lebens, beobachtbare und weniger bekannte, sind das Ergebnis. Zum Schluß werden einige grundlegende Überlegungen angestellt, warum Gewißheit auch heute möglich ist und möglich sein muß.                  

Die zweite Etappe: Verträgt sich denn Gewißheit mit Freiheit?

                         Band 2:  Georg Muschalek, Glaubensgewißheit in Freiheit
                                        
Ob die modernen Ideale von Wissen und Freiheit  den Glauben nun endgültig verdrängen
                               2., völlig neu bearbeitete Auflage 1999. € 9,50

Der Titel könnte zum Widerspruch reizen. Ob die drei Ideen, die in ihm zusammenkommen - Glaube, Gewißheit, Freiheit - überhaupt zusammen bestehen können?  „Gewißheit“ - fast mit Verachtung belegt:  die Haltung eines ahnungslosen Naivlings angesichts des lawinenartigen Fortschritts unseres Wissens, das die alten   Überzeugungen überholt und außer Kraft setzt. „Glaube“ - die Krücke für den, dem das Wissen zu schwierig wird, oder vielleicht nur Zeichen einer Wahnvorstellung oder eines Fanatismus? Und schließlich „Freiheit“ - bleibt sie nicht auf der Strecke, wo geglaubt werden muß in Unterwerfung? Und wenn der Glaube Fanatismus ist: zumindest die Opfer des Fanatismus verlieren alle Freiheit.  Das Buch meint, daß der Mensch die Freiheit verliert, wenn er nicht zum Glauben, auch an den anderen Menschen, und zur Gewißheit kommt. Dies zeigt uns ein Nachdenken über das, was der Mensch ist, aber auch darüber, was geschieht, wenn der Mensch krank wird - also weder Gewißheit noch Glauben noch Freiheit hat.

Die dritte Etappe, der theologische Teil, wird demnächst hier angefügt

 

  Georg Muschalek (Hrsg.)

Der Widerstand gegen die Alte Messe

Mit Beiträgen von Robert Spaemann und Georg Muschalek

 

Was die Welt über den Globus hin        

und die Gemeinden hier angeht

Was wird aus der geplanten Wiederkehr der Alten Messe in der Katholischen Kirche?

     

Euro 10,80 ISBN  3-927057-16-9

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Das Apostolische Schreiben „Summorum Pontificum“ eröffnet die Möglichkeit, eine Wunde zu heilen, die seit langem an der Kirche zehrt. Es beschränkt sich nicht darauf, wie das Motu proprio „Ecclesia Dei“ von 1988 an den guten Willen der Bischöfe zu appellieren und um ihre Großherzigkeit der Anwendung eines Indults für Fußkranke zu bitten, sondern es bezeichnet die alte Form der römischen Liturgie als einen kostbaren Schatz der Kirche und seine Feier als Recht jedes Priesters und jeder Gruppe von Gläubigen. Indem der Papst erklärt, daß der alte Ordo Missae niemals abgeschafft war, fällt notwendiger- weise der implizite Vorwurf der Illegalität auf alle früheren Regelungen und Maßnahmen, die die Feier der Liturgie nach dem Missale von Johannes XXIII. so behandelten, als sei sie verboten.

Woher nimmt man eigentlich das Recht, Menschen, die die Alte Messe wünschen, als bloße Milieu- oder Traditionskatholiken zu verachten, abzuschreiben?

Robert Spaemann

– Die Alte Messe erspart uns das Allzu-Menschliche in der Liturgie

sie hält durch ihre festgelegte Form den Raum offen für das Heilige

sie erlaubt uns die tätige Teilnahme, auch des einzelnen Menschen, der mit seinen inneren Gebeten zu Wort kommen darf, was keine Gemeinschaft ihm ersetzen kann

– sie verhindert Umdeutungen unserer Liturgie in Gemeinschaftsevents

sie führt uns ruhig und unaufdringlich in die ganze Weite unseres Glaubens ein

 

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Georg Muschalek

 


Der Mensch, der sich sucht

Paul van Seth-Verlag